8. Dezember 2019

Erober‘ deine Welt

Du wurdest beschissen. Ungeahnt
Ins Wasser geschmissen. Nichts geplant.
Am rettenden Ufer
ein einsamer Rufer,
den du beim besten Willen nicht verstehst.
Mit höheren Wellen, die dir bald
die Blicke verstellen. Es ist kalt.
Ein Schlag auf die Lunge.
Das Salz auf der Zunge.
Wenn du zulässt, dass du untergehst,
wirst du nie erfahren, welche Höh’n
für dich denkbar waren und wie schön
sich vieles noch wendet.
Ein Traum, der nicht endet,
wenn du diese Prüfungen bestehst
und du mutig deine Wege gehst.
Du bist allein auf dich gestellt.
Steh auf und erober deine Welt!
Irgendwo zwischen Witzfigur und Held
ist alles für dich drin,
komm, mach hin!
Ein Umstand, der dich noch erschreckt,
doch dein Ziel ist niemals zu hoch gesteckt.
Sitz nicht rum, bis das Leben dich entdeckt.
Gib ihm einen Sinn!
Dann kannst du nur gewinn’n.
Durch dieses Leben warst du oft
nah dran, aufzugeben. Unverhofft
geht doch eine Tür auf.
Ne Treppe, die führt rauf.
Doch dabei ist dir eines nicht ganz klar:
Führt dich diese Chance zu deinem Ziel?
Behalt‘ die Balance, du bleibst im Spiel.
Du kannst es nicht fassen:
Du kannst dich verlassen,
trotz aller dir drohenden Gefahr,
auf deine Gedanken, dein Gefühl.
Du darfst jetzt nicht wanken. Bleib ganz kühl.
Du musst dich entscheiden.
Du bist zu beneiden.
Tu es und mach deine Träume wahr.
Du wirst sehen: Es wird wunderbar!
Du bist allein auf dich gestellt…
Du bist alleine
Du bist allein auf dich gestellt.
Du musst jetzt aufsteh’n.
Komm, erober deine Welt!
Hör auf zu warten,
bis das Leben dich entdeckt.
Du weißt noch nicht,
wieviel in dir steckt.

Daniel „Dän“ Dickopf

7. Dezember 2019

Aufbruch

Es wird kommen der Tag, da verlasse ich, 
zaghaft zuerst, dann beherzt 
meine einsame Insel.
Wage mich endlich hervor aus dem bewährten Versteck 
und der sicheren Deckung, 
fast ohne Angst und ohne mich noch einmal umzusehen.
Meine Rüstung tue ich ab und alle die Waffen, das Wenn und das Aber und steige ins Boot.
Wehrlos werde ich sein und wunderbar, ich weiß, auf dem offenen Meer und einzig beschützt von der Liebe.

Lothar Zenetti

6. Dezember 2019

Das Geheimnis der Zufriedenheit

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister. 
„Herr“, fragten sie „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? 
Wir wären auch gerne so glücklich wie du.“
 

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: 
„Wenn ich liege, dann liege ich.

Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf.

 Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“
 

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus:
„Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. 
Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. 
Was ist also dein Geheimnis?“

Es kam die gleiche Antwort: 
„Wenn ich liege, dann liege ich. 
Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. 
Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“
 

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: 
„Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. 
Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. 
Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. 
So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. 
In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.“

Verfasser unbekannt

5. Dezember 2019

So ’ne weihnachtliche Geschichte

Ich bin sieben und mein Herz pocht, als ich die Treppen zu Frau Peffs kleinem Laden hochgehe. Natürlich weiß ich, was Geld ist. Ich habe ja viel davon zusammengespart. Leider nicht genug, eine Mark fehlt mir noch für die beiden Weinrömer mit dem gedrechselten grünen Stiel. Trotzdem: Ich will meinen Eltern endlich mal etwas Richtiges schenken, etwas, das sie wirklich gebrauchen können, Schluss mit der kindischen Bastelei! Sehr selbstbewusst hole ich die Weingläser aus dem Regal, gehe zum Tresen und schiebe Frau Peff meine Währung zu. Fünf Mark und zwei Muscheln. Die sind aus dem Sommer, von der Ostsee, ich habe die schönsten ausgesucht. Leider schaffe ich es nicht, Frau Peffs Blick standzuhalten. Meine Knie zittern etwas und ich blicke zu Boden. Da höre ich es rascheln. Frau Peff wickelt die beiden Weingläser in graues Packpapier, legt sie griffbereit vor mich hin. Und gerade als ich mich umdrehe und gehen will, höre ich: „Warte! Du hast etwas vergessen!“ Frau Peff schiebt mir 50 Pfennig über den Ladentisch. „Dein Wechselgeld!“

Iris Macke

4. Dezember 2019

Das Gewicht des Lebens

Ein junger Mann kam zu einem alten Weisen.

„Meister“, sprach er mit schleppender Stimme „das Leben liegt mir wie eine Last auf den Schultern. Es drückt mich zu Boden und ich habe das Gefühl, unter diesem Gewicht zusammenzubrechen.“

„Mein Sohn“ sagte der Alte mit einem liebevollen Lächeln, „das Leben ist leicht wie eine Feder.“

„Meister, bei allem Respekt, aber hier musst Du irren. Denn ich spüre mein Leben Tag für Tag wie eine tonnenschwere Last auf mir lasten. Sag, was kann ich tun?“

„Wir sind es selbst, die uns Last auf unsere Schultern laden.“ sagte der Alte, noch immer lächelnd.

„Aber…“ wollte der junge Mann einwenden.

Doch der alte Mann hob die Hand: „Dieses „Aber“, mein Sohn, wiegt allein schon eine Tonne…“

3. Dezember 2019

Du kommst, Gott

Du kommst, Gott.
Als kleines Kind, das Hilfe braucht.
Armselig.

Du kommst, Gott.
Als mächtiger König, der auf einem Esel reitet.
Lächerlich.

Du kommst, Gott.
Als Herrscher, der nicht Angst und Schrecken bringt,
sondern für Gerechtigkeit einsteht.
Unglaublich.

Du kommst.
Und wir?
 

2. Dezember 2019

Eine Million Träume

Ich schließe meine Augen und kann eine Welt sehen, die auf mich wartet. Durch die Dunkelheit, durch die Tür, durch das, wo niemand zuvor war. Aber es fühlt sich wie zuhause an.

Sie können sagen, dass sich alles verrückt anhört und ich den Verstand verloren habe. Aber mir ist es egal, wenn sie mich verrückt nennen. Wir können in einer Welt leben, die wir gestalten.

Und jede Nacht liege ich im Bett, strahlende Farben erfüllen meinen Kopf. Ich werde von einer Million Träume wachgehalten und denke darüber nach, wie die Welt sein könnte. Eine Vision, die ich sehe, für die eine Million Träume nötig ist; eine Million Träume für die Welt, die wir erschaffen werden.

Und da ist ein Haus, was wir bauen können. Jeder Raum ist mit ganz besonderen Sachen gefüllt, die ich sammle, damit ich dich an einem Regentag wieder zum Lächeln bringen kann.

Sie können sagen, dass sich alles verrückt anhört und, dass wir den Verstand verloren haben. Aber mir ist es egal, wenn sie uns verrückt nennen. Wir rennen weg, in eine Welt, die wir gestalten.

Und jede Nacht liege ich im Bett, strahlende Farben erfüllen meinen Kopf. Ich werde von einer Million Träume wachgehalten und denke darüber nach, wie die Welt sein könnte. Eine Vision, die ich sehe, für die eine Million Träume nötig ist; eine Million Träume für die Welt, die wir erschaffen werden.

Und egal wie groß oder klein sie auch ist, lass mich ein Teil von dieser Welt sein. Teile deine Träume mit mir. Wir können Recht haben, aber auch falsch liegen. Dennoch will ich dich mit in diese Welt nehmen, die ich vor mir sehe. Die Welt, die wir nur sehen, wenn wir unsere Augen schließen.

Und jede Nacht liege ich im Bett, strahlende Farben erfüllen meinen Kopf. Ich werde von einer Million Träume wachgehalten und denke darüber nach, wie die Welt sein könnte. Eine Vision, die ich sehe, für die eine Million Träume nötig ist; eine Million Träume für die Welt, die wir erschaffen werden.

Für die Welt, die wir erschaffen werden.

Text nach: Pink „A million dreams“

1. Dezember 2019

  • A – Annehmen, auch den, der dir nicht passt
  • D – Da sein füreinander
  • V – Vertrauen, dass alles gut wird
  • E – Entdecken, was wichtig ist
  • N – Neu beginnen, auch wenn du gestern gescheitert bist
  • T – Tragen helfen denen, die deine Hilfe brauchen

Es geht bald wieder los

Hier finden sich ab dem 1. Dezember 2019 wieder jeden Abend ab 19:30 Uhr neue Texte und Bilder. Das Team bereitet sich bereits darauf vor und freut sich auf den Dezember.